Bürgerzentrum Alte Feuerwache e.V.
Melchiorstr. 3, 50670 Köln, Nordrhein-Westfalen

EBERTPlatzhirsche – Kinder erforschen ihren Stadtteil und gestalten eine Ausstellung

Ausgangspunkt war die partizipative Nutzung und Gestaltung des nahen Ebertplatzes. Kinder des Stadtteils nahmen mit der Kamera ihre räumliche Umgebung und deren Nutzung spielerisch wahr, entwickelten eigene Sichtweisen und Vorstellungen und stellten sie künstlerisch dar. Die Umsetzung erfolgte in Werkstätten mit den Medien Fotografie und Film.

Die Foto-Forscher-Werkstatt traf sich von März bis September einmal wöchentlich in der Alten Feuerwache. Begleitet wurde sie von einer Fotografin und einer Kulturpädagogin. Die „Foto-Forscher:innen“ entwickelten eigene Vorstellungen zu menschen-/kinderfreundlichem Lebensraum. Die Kamera ermöglichte ihnen, den Ebertplatz und seine umliegenden Bereiche aus verschiedenen Perspektiven zu untersuchen. Zunächst lag der Fokus auf gegenseitigem Kennenlernen, Vertrautmachen mit den Kameras und ersten Erkundungen des Ebertplatzes. Mit unterschiedlich gestalteten Foto-Aufträgen erforschten die Kinder das Viertel. Durch den Wechsel von Arbeits- und Reflexionsphasen konnten sie eigene Vorstellungen entwickeln und anderen mitteilen. Nach und nach ist die selbstständige Nutzung der Kameras erweitert worden, z. B. durch Übungen mit langer und kurzer Belichtungszeit. Mit ihren Fotografien gestalteten die Kinder zahlreiche Kunstwerke, die ihre Ideen in einen größeren Kontext rückten. So fotografierten sie z.B. den Platz von verschiedenen Standpunkten aus. Ihre Bilder setzten sie zu Panoramen zusammen, in die sie ihre Wünsche als Zeichnungen eingefügt haben.

In der Film-Werkstatt hat sich die Filmgruppe einmal wöchentlich getroffen. Sie wurde angeleitet von einem Filmemacher, einer Theaterpädagogin und unterstützt von einem Filmregisseur. Nach einer kurzen Kennenlernphase haben sich die Kinder direkt intensiv mit dem Ebertplatz auseinander gesetzt. Sie erhielten die Aufgabe, den Platz aus Sicht von Außerirdischen wahrzunehmen und dabei filmisch interessante Locations zu finden, so dass ein Verständnis für Kameraperspektiven und Erzählstrukturen entstehen konnte. Danach haben sich die Teilnehmenden schauspielerisch mit dem Ebertplatz und  den „Aliens“ befasst. Da die sprachlichen Voraussetzungen der Kinder in der Film-Werkstatt sehr unterschiedlich waren, wurde beschlossen, den Film über Bilder und ohne Sprache zu erzählen. Während eine Hälfte der Gruppe die Alien-Kostüme gestaltet hat, wurde von den anderen das Drehbuch erstellt – alle Kinder hatten eine spezielle Aufgabe z.B. Regie, Klappe, Ton, Maske. Auch an der Postproduktion wie Musikauswahl und Schnitt wurden die Kinder miteinbezogen.

Alle Ergebnisse flossen in die Abschlussausstellung „Blick macht Klick – Entdecke die Sicht von Kindern auf den Ebertplatz“  ein. Die Eröffnung der Ausstellung wurde von ca. 150 Kindern, den Familien, Freund:innen und Stadtteilbewohner:innen besucht. Nach einer Rede des Bezirksbürgermeisters und Beiträgen der Kinder hatte der 7minütige Film „EP 19 – Mission Ebertplatz“ Premiere. In einem abgetrennten „Ebertplatzterrain“ wurden die Besucher*innen anhand einer Rallye spielerisch durch die Ausstellung geführt. Es gab 11 Mitmach-Stationen. Insgesamt wurde die Ausstellung von ca. 800 Menschen besucht. Hauptbesucher:innen waren Klassen und Gruppen der Bündnispartner und Klassen von am Projekt beteiligten Kindern, Stadtteilbewohner:innen und Angehörige der Projektkinder.

Ausstellungsbericht

„EBERTPlatzhirsche – Kinder erforschen ihren Stadtteil und gestalten eine Ausstellung“ ist ein Projekt vom Bürgerzentrum Alte Feuerwache e. V. im Bündnis mit der AWO Kreisverband Köln UG – OGS der Nikolaus-Groß-SchulePerspektive Bildung e. V. – OGS der GGs Balthasarstraße und dem Amt für Kinder, Jugend und Familie Köln – 4. Interkultureller Dienst

Format: makro
Schwerpunkt: Bildende Kunst
Alter: 6 bis 11 Jahre

Gefördert durch Jugend ins Zentrum! vom Bundesverband Soziokultur in Rahmen von Kultur macht stark.Bündnisse für Bildung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung