Der Bundesverband Soziokultur e.V. wird sich mit seinem Projekt „Jugend ins Zentrum!“ nach zwei erfolgreichen Förderphasen von 2013 bis 2022 im Rahmen des Programms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ (KMS) ab 2023 neuen inhaltlichen Schwerpunkten zuwenden und sich deshalb nicht an der dritten Förderphase beteiligen. Um unseren bisherigen Projektakteur:innen und den Akteur:innen der Soziokultur einen Übergang in Förderprojekte von KMS III zu ermöglichen, die mit der Förderung von Jugend ins Zentrum! vergleichbar sind, laden wir am 6.10.2022 um 14 Uhr zur kostenfreien digitalen Veranstaltung „KMS III – – Anschlussmöglichkeiten für Jugend ins Zentrum!-Projekte und soziokulturelle Akteur:innen“ ein.

Kernpunkte dieser Förderprojekte werden von den Kolleg:innen in kurzen Präsentationen vorgestellt:

Bitte beachten Sie: es handelt sich nicht um eine allgemeine Informationsveranstaltung zur dritten Förderphase KMS oder zu den Details der neuen Förderrichtlinie! Diese werden zeitnah von den „Servicestellen Kultur macht stark“ in allen Bundesländern und von den Programmpartner:innen in KMS III angeboten. Sie können sich dazu auf der Programmwebsite informieren.
Nach dem Absenden der verbindlichen Anmeldung zur Veranstaltung bis zum 04.10.22 erhalten Sie den Zugangslink (zoom-Konferenz) per E-Mail von uns am 05.10.2022.

4. März 2022 | Pressemitteilung des Bundesverbandes Soziokultur e.V.

Zivilgesellschaft in der Ukraine unterstützen und Willkommenskultur vorbereiten

Soziokulturelle Zentren und Initiativen in Deutschland bereiten sich auf Geflüchtete aus der Ukraine vor. Der Bundesverband Soziokultur unterstützt die Netzwerk- und Spendeninitiative von MitOst e.V.

Wie unfassbar mutig eine starke Zivilgesellschaft sein kann und wie grausam und rückwärtsgewandt ihr Fehlen, sehen wir fassungslos seit dem 24. Februar in der Ukraine und Russland. Menschen kämpfen um den Preis ihres Lebens für Freiheit und Demokratie – und das in Europa, von dem wir dachten, es sei einen entschiedenen Schritt weiter, freier, sicherer.

Wir sind geschockt und betroffen über die Verbrechen, die in der Ukraine geschehen und verurteilen den Angriffskrieg Wladimir Putins aufs Schärfste wie auch die Repressionen gegen das Aufbegehren der Zivilgesellschaft in Russland selbst.

Die Aktivierung und Stärkung der Zivilgesellschaft durch kulturelle Teilhabe ist das erklärte Ziel der Soziokultur in Deutschland. Derzeit finden bundesweit zahlreiche kulturelle Aktionen zur Solidaritätsbekundung und Spendensammlung statt. Vor allem bereiten sich die soziokulturellen Zentren und Initiativen mit ihrer langjährigen Erfahrung im Aufbau einer Willkommenskultur auf die Ankunft der geflüchteten Ukrainer*innen vor. Die Türen sind geöffnet für die Phase der Ankunft, der Orientierung, sie werden Orte des Austauschs und der nötigsten Bedarfe sein, der Kinderbetreuung und Sprachkurse. Sie werden eine Verbindung zur Nachbarschaft herstellen und gemeinsam ein Zusammenleben gestalten.

Soziokultur ist aktive Zusammenarbeit, Kooperation und Netzwerk. Deshalb möchten wir an dieser Stelle auf eine wichtige Initiative aus unserem Partnernetzwerk aufmerksam machen:

MitOst e.V. koordiniert die gemeinsamen Bemühungen zivilgesellschaftlicher Organisationen vor Ort, um die Sicherheit der Menschen, den Schutz, die Evakuierung und die Bereitstellung von Notunterkünften direkt zu unterstützen. Dazu gehören die Überbrückung von Kommunikationswegen, die Lenkung finanzieller Unterstützung, Bedarfsanalysen und die Verknüpfung von Netzwerken und Hilfsangeboten.

MitOst ist seit über zwei Jahrzehnten in der Ukraine aktiv und Teil eines starken, dezentralen Netzwerks unabhängiger Initiativen, engagierter Fachleute und sektorübergreifender Akteur*innen, die in den Bereichen Demokratie und Menschenrechte, Kunst und Kultur, kulturelle Bildung und Medien tätig sind. Derzeit sind über 80 Organisationen und 400 Einzelpersonen in diesem Netzwerk aktiv.

Durch Vernetzung und Spenden kann das Projekt unterstützt werden:
https://www.mitost.org/ukraine/

Ebenso sei auf das Netzwerk elinor verwiesen, das über eine einfache Registrierung Übernachtungsplätze für Geflüchtete aus der Ukraine koordiniert und vermittelt:
https://elinor.network/gastfreundschaft-ukraine/

Vielen Dank für Ihre und Eure Unterstützung!

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Die Pressemitteilung steht hier zum Download bereit.
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Der Bundesverband Soziokultur e.V. ist der Dach- und Fachverband soziokultureller Akteur*innen in Deutschland. Mitglieder sind 14 Landesverbände, in denen mehr als 660 soziokulturelle Zentren und Initiativen organisiert sind. Der Verband engagiert sich für die Anerkennung soziokultureller Arbeit als fester Bestandteil kulturellen Lebens und setzt sich auf Bundesebene für ihre angemessene Förderung ein.

Pressekontakt
Jennifer Tharr | Öffentlichkeitsarbeit
Bundesverband Soziokultur e.V. | Lehrter Straße 27-30 | 10557 Berlin
Mobil 0176 71 21 60 44 | jennifer.tharr@soziokultur.de  
www.soziokultur.de | Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter

Wir wünschen Euch und Ihnen heitere Festtage und bedanken uns herzlich für die gute Zusammenarbeit, das nicht abreißende Engagement trotz der widrigen Umstände durch die Pandemie und für die ansteckende Zuversicht auf ein gutes und gesundes neues 2022!

Wir freuen uns auf ein weiteres Jahr „Jugend ins Zentrum!“!

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Das Projektteam macht Winterferien und ist ab dem 3. Januar 2022 wieder wie gewohnt erreichbar.

Mit herzlichen Grüßen,
Katrin Jahn, Patrick Adamscheck, Käthe Bauer und Inga Wolf

Karliczek: „Kindern und Jugendlichen gute Bildungschancen geben“

Erfolgreiches Programm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ wird verlängert. Mehr kulturelle Bildungsangebote für den Sommer angekündigt.

Pressemitteilung vom 21. April 2021.

Das Förderprogramm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ wird verlängert und ab 2023 in einer dritten Förderphase fortgeführt. Außerdem wird das Bildungsangebot in der Corona-Pandemie verstärkt: Kurzfristig sollen bundesweit noch mehr Ferienprojekte für Kinder und Jugendliche auf die Beine gestellt werden, die sonst wenig Zugang zu Angeboten der kulturellen Bildung haben. Antragstellungen sind ab sofort möglich.

Dazu erklärt Bundesbildungsministerin Anja Karliczek:

„Wir müssen gerade jetzt in dieser Zeit dafür Sorge tragen, dass alle Kinder und Jugendlichen die bestmöglichen Chancen auf eine gute Bildung erhalten. Dafür setze ich mich als Bundesbildungsministerin innerhalb meines Verantwortungsbereichs ein. Dabei geht es für mich um Bildung im umfassenden Sinne. Kreativität, Persönlichkeitsentwicklung und soziale Kompetenzen gehören für mich dazu. Sie sind wichtige Voraussetzungen, um in der Schule und in der Ausbildung oder dem Studium und letztlich im Arbeitsleben zu bestehen. Daher wird unser Erfolgsprogramm ‚Kultur macht stark‘ weitergehen.

Wir planen bereits eine dritte Förderphase von 2023 bis 2027, um die Erfolgsgeschichte fortzuschreiben. Wir wollen dort weitere ‚Bündnisse für Bildung‘ gestalten. Daher wird es noch im Sommer eine Förderbekanntmachung geben, an der sich interessierte Verbände, Stiftungen und Vereine beteiligen können, auch solche, die bisher nicht Programmpartner sind. Bisher setzen 29 Programmpartner, bundesweite Verbände und Initiativen aus den Bereichen Bildung, Kultur und Soziales, das Programm um.

Entwicklungspotentiale für eine weitere Förderphase liegen vor allem bei mehr Angeboten im Ganztag, qualitätsvollem Einbezug digitaler Medien, nachhaltiger kommunaler Verankerung und passgenauen Angeboten für den ländlichen Raum.

In der Pandemie sind soziales Miteinander und Persönlichkeitsentwicklung bei vielen Kindern und Jugendlichen zu kurz gekommen. Daher sollen die Angebote von ‚Kultur macht stark‘ in den Sommer- und Herbstmonaten verstärkt werden. Wenn voraussichtlich wieder mehr Präsenzangebote möglich sein werden, sollen noch mehr Kinder und Jugendliche in dieser herausfordernden Zeit ein gutes Bildungsangebot erhalten.“

Hintergrund:

Das Bundesprogramm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ fördert seit 2013 mit bis zu 50 Millionen Euro jährlich bundesweit außerschulische kulturelle Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche, die wenig Zugang dazu haben. Es ist das größte Programm der kulturellen Bildung in Deutschland und in Europa. Seit 2013 wurden mit dem Programm fast eine Million Kinder und Jugendliche erreicht und mehr als 30.000 Projekte durchgeführt. Es gibt kein Programm der kulturellen Bildung in Deutschland, das flächendeckend so viele Kinder und Jugendliche erreicht, die Bildungsangebote besonders benötigen.

Umgesetzt werden die Projekte von lokalen Einrichtungen vor Ort in einem Bündnis für Bildung. Beteiligt sind Bildungs- und Kultureinrichtungen wie Schulen, Museen, Theater oder Bibliotheken, Vereine oder Einrichtungen der Jugend- und Sozialhilfe. Die Allianz aus Bildung, Kultur und Jugend- und Sozialarbeit etabliert Bildung erfolgreich als gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Forderung politischer Beschluss zur Fortsetzung Bundesprogramm „Kultur macht stark“

Der Bundesverband Soziokultur e. V. empfiehlt dringend einen politischen Beschluss zur Fortsetzung des Bundesprogramms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) noch in dieser Legislaturperiode. Das Programm verbessert nachhaltig die Teilhabechancen von Kindern und Jugendlichen und sollte 2023 ohne Unterbrechung fortgeführt werden können. Die Teilhabechancen von Kindern und Jugendlichen durch verlässliche Bildungsangebote dauerhaft zu verbessern, darüber besteht fraktionsübergreifend Konsens. Das ist ein Ergebnis des virtuellen „Parlamentarischen Abends“ zu dem die Partner*innen des Programms „Kultur macht stark“ Abgeordnete der Bundestagsausschüsse für Bildung, Kultur und Jugend sowie Expert*innen aus diesen Bereichen, am Mittwoch, den 24.03.2021 eingeladen hatten.Vertreten waren u. a. der parlamentarische Staatssekretär im BMBF Thomas Rachel (CDU/CSU), die Mitglieder des Bundestags Yvonne Magwas (CDU/CSU), Ulrike Bahr (SPD), Margit Stumpp (Bündnis 90/Die Grünen), Dr. Birke Bull-Bischoff (Die Linke) und Hartmut Ebbing (FDP). Zu den Expert*innen der zivilgesellschaftlichen Akteur*innen zählten u. a. Jutta Croll (Stiftung Digitale Chancen), Marc Grandmontagne (Deutscher Bühnenverein), Holger Hoffmann (Deutsches Kinderhilfswerk) und Prof. Dr. Susanne Keuchel (Deutscher Kulturrat).

Bisher rund 30.000 Projekte für Kinder und Jugendliche

Um die bildungsbezogenen Teilhabechancen von Kindern und Jugendlichen langfristig, nachhaltig und kontinuierlich zu stärken, ist es unabdingbar, das erfolgreiche Bundesprogramm „Kultur macht stark“ unmittelbar nach dem vorläufigen Ende 2022 fortzuführen. Wir beobachten, dass sich die strukturell begründete Bildungsungerechtigkeit insbesondere durch die Einschränkungen der Pandemie verschärft und die Möglichkeiten der kulturellen und gesellschaftlichen Teilhabe insbesondere von Kindern und Jugendlichen erschwert hat.

Kinder und Jugendliche, die in Risikolagen und mit geringen Möglichkeiten zur kulturellen Teilhabe aufwachsen, benötigen zukünftig noch größere Unterstützung durch zusätzliche Angebote der außerschulischen kulturellen Bildung. In den bisher rund 30.000 Projekten von „Kultur macht stark“ eröffnen sich außerhalb der schulischen Bildung und des familiären Kontextes Freiräume und Experimentierfelder: Sich in diesen Kontexten ausprobieren zu können, fernab von schulischer Bewertung aus freien Stücken Lernerfahrungen zu machen und Selbstwirksamkeit zu erfahren – darin liegt die große Stärke des Programms. Solche Angebote sind durch die pandemiebedingte Bildungskrise wichtiger denn je.

Nahtlose Fortführung gewährleisten

Das vom Bundesverband Soziokultur sowie weiteren bundesweit tätigen zivilgesellschaftlichen Fachverbänden und Initiativen durchgeführte Förderprogramm schafft dank seiner großen Vielfalt zahlreiche Zugänge zu Kunst und Kultur und fördert gezielt die kreativen Ausdrucks- und Entwicklungsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen. Für mehr Bildungsgerechtigkeit in Deutschland muss das Engagement des Bundes langfristig gesichert werden. Damit Kinder und Jugendliche kontinuierlich kulturelle Bildungsangebote wahrnehmen können, muss die nahtlose Fortsetzung des Programms „Kultur macht stark“ gewährleistet werden. Eine Unterbrechung der Förderung würde die lokal aufgebauten Netzwerke aus diversen (überwiegend ehrenamtlich geführten) Einrichtungen und Akteur*innen sowie die aufgebauten Strukturen, die den Erfolg des Programms garantieren, empfindlich schwächen und gefährden. Darum ist noch in dieser Legislaturperiode ein Beschluss des Bundestages notwendig, der dieses zentrale Bildungsziel bildungspolitisch verbindlich fixiert und entsprechend finanzielle Mittel dafür in Aussicht stellt.

Margret Staal, Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes Soziokultur e. V. und der LAG Soziokultur & Kulturpädagogik Rheinland-Pfalz e. V., spricht sich explizit für einen politischen Beschluss zur Forstschreibung des Förderprogramms vor der nächsten Bundestagswahl aus: „Das Jahr 2017 markierte das Ende der ersten Förderperiode ‚Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung‘. Damals gab es eine massive Lücke bis die Förderungen erneut auf lokaler Ebene umgesetzt werden konnten. Das ist für die Adressat*innen des Programms schwer erträglich – Beziehungsarbeit, Kontinuität und Verlässlichkeit sind für die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen wichtig. Genauso essentiell ist die nahtlose Fortschreibung für die Akteur*innen in den soziokulturellen Einrichtungen, die die Projekte oftmals ehrenamtlich stemmen. Gerade jetzt und in der Folgezeit der Pandemie sind stabile Kontakte und verlässliche Fortsetzungen der Projekte notwendig, um die Kinder und Jugendlichen weiterhin zu erreichen. Wenn jetzt ein politischer Beschluss erfolgt, gibt es die Chance, dass sich die Unterbrechung aus 2018 nicht wiederholt.“

Prof.in Dr.in Susanne Keuchel, Vorsitzende des Deutschen Kulturrates: „Die fraktionsübergreifend große Unterstützung für das Programm ‚Kultur macht stark‘ ist enorm wichtig, da es das explizite Ziel verfolgt, Teilhabe von Kindern und Jugendlichen zu stärken, die aufgrund ihrer sozialen Lage kaum von außerschulischen kulturellen Bildungsangeboten erreicht werden. Da die Pandemie Bildungsungleichheiten noch einmal verschärft hat, ist es für die betroffenen Kinder und Jugendlichen wichtig, die Fortsetzung des Programms bereits jetzt verbindlich zu regeln, so dass keine Förderlücken entstehen. Ziel einer dritten Förderphase sollte es sein, die Projekte noch stärker innerhalb der lokalen Bildungslandschaften zu verankern, um langfristige Synergieeffekte zu ermöglichen. Als neue Programmatik sollte das Ziel verfolgt werden, mehr milieuübergreifende Begegnungen im Sinne des gesellschaftlichen Zusammenhalts zu ermöglichen und das Programm zugleich auch für Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention zu öffnen.“

„Jugend ins Zentrum!“ des BV ermöglichte bisher die Teilhabe von 8.000 Kindern und Jugendlichen

Die 29 Programmpartner*innen der aktuellen Förderphase haben sich in einem Positionspapier für die Entwicklung einer dritten Förderphase „Kultur macht stark“ ausgesprochen und ihre Forderungen an den politischen Raum gerichtet. Hier können Sie das Positionspapier und die Forderungen nachlesen.

Der Bundesverband Soziokultur e. V. fördert mit dem Programm „Jugend ins Zentrum!“ im Rahmen von „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ seit 2013 über 500 Projekte Kultureller Bildung und konnte so bereits rund 8.000 Kinder und Jugendliche mit erschwerten Zugängen zu Kunst und Kultur erreichen.